Juni-Bote II

Johanniskraut - Margret von Borstel

Es schläft der Erde Seele
In Sommers heißer Zeit,
Da strahlet helle
Der Sonne Spiegel
Im äußeren Raum.
Es wacht der Erde Seele
In Winters kalter Zeit,
Da leuchtet geistig
Die wahre Sonne
Im innern Sein.
Sommers-Freude-Tag Ist Erdenschlaf.
Winter-Weihe-Nacht Ist Erden-Tag.

Rudolf Steiner

Liebe Schulfamilien

Noch liegen vier gemeinsame Schulwochen vor uns. Darauf freuen wir uns sehr. Es wartet noch eine wertvolle und sehr lebendige schöne Zeit auf uns, die wir miteinander geniessen möchten.

Mit Freude gehen wir nun Schritt für Schritt Richtung Schuljahresende – und blicken zugleich gespannt und zuversichtlich auf all das, was im neuen Schuljahr auf uns wartet.

Im letzten Boten vor der langen Sommerpause informieren wir euch über

  • Menschen an der Lebensschule

  • Organisation & Schulentwicklung

  • Einblicke aus dem Schulalltag

  • Schnupperkinder & neue Familien / Abschied und Neubeginn

  • Feste & Feiern

  • Agenda & Ausblick

  • Wissensschatz

Menschen an der Lebensschule

Auf das neue Schuljahr hin stehen in unserem Team zwei personelle Veränderungen an, über die wir euch gerne informieren möchten.

In der Weiterentwicklung unserer Primarstufe und im Zusammenhang mit den Anforderungen an unsere unbefristete Bewilligung benötigen wir in der Primarstufe zusätzliche anerkannte Diplome und Qualifikationen. Aus diesem Grund werden wir uns auf das Ende des Schuljahres von Sandra Mächler verabschieden.

Dieser Abschied fällt uns nicht leicht. Sandra hat unsere Schule über eine wichtige Zeit hinweg begleitet, mitgetragen und mitgestaltet. Mit ihrer waldorfpädagogischen Erfahrung, ihrem Engagement und ihrer Verbundenheit mit den Kindern hat sie wertvolle Spuren in unserer Schulgemeinschaft hinterlassen.

Ebenfalls verabschieden wir uns auf Ende Schuljahr von Yvonne Blum, die unsere Schule als Pianistin musikalisch bereichert hat. Mit ihrem Spiel hat sie besondere Momente mitgetragen und die Eurythmiestunden am Klavier begleitet.

Wir sind Sandra und Yvonne von Herzen dankbar für den gemeinsamen Weg und verabschieden beide mit grosser Wertschätzung. Für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir ihnen alles Gute, Freude und Erfüllung.

Gleichzeitig richten wir den Blick zuversichtlich nach vorne und gestalten die nächsten Schritte für unsere Primarstufe sorgfältig weiter.

Organisation & Schulentwicklung

Im neuen Schuljahr werden die Kinder der 8. und 9. Klasse jeweils am Dienstag bis 16.00 Uhr den Kunstunterricht bei Mariana besuchen.

Einblicke aus dem Schulalltag

Bis zu den Sommerferien:

*übt die 3. bis 6. Klasse das Eurythmiemärchen *arbeitet die 4. und 5. Klasse im Garten *fliegen Kinder der 5. bis 9. Klasse über die Zentralschweiz *tätigen die 1. und 2. Klasse am Märt die letzten Einkäufe *verbringen die Sternen- Regenbogen und Sonnenkinder mit Flurio die Zeit draussen *besucht Noam aus Israel die 8. und 9. Klasse *findet der zweite Workshop im "The stories" mit den Mädchen der 9. Klasse statt *feiern wir das JohanniSommerFest *singen wir die Sommerlieder *tanzen wir die Kreistänze *bereiten wir uns für die Zirkusaufführung vor *besucht die 6. Klasse das Schloss Lenzburg *präsentiert die 8. Klasse die COR-Projekte und spielen auf französisch ein kleines Theater *schliessen wir die Hefte in Mathematik und im Deutsch ab *essen wir gemeinsam Glace *feiern wir Geburtstage *geniessen wir die 9. Klasse nochmals ganz bewusst

Der Jahresspruch für jedes Kind

Immer am Donnerstag vor den Sommerferien - zum Schuljahresende erhält jedes Kind von der 2. bis zur 8. Klasse einen ganz persönlichen Spruch - den Jahresspruch. Die Anregung, den Kindern ab der 2. Klasse einen Sinnspruch zu schenken, verdanken wir Rudolf Steiner.

Dieser Jahresspruch, der in Gedichtform gegeben wird, begleitet das Kind das ganze Schuljahr hindurch. Zumeist am Wochentag der Geburt trägt jedes Kind seinen Jahresspruch jede Woche einmal der Klassengemeinschaft/Gemeinschaft der Kinder vor. Es ist dabei ein ernstes pädagogisches Anliegen, dass das Kind wirkliche Freude an seinem Spruch haben kann und sich innerlich mit ihm verbinden kann. Der Jahresspruch zeichnet zumeist ein ästhetisches, seelisch-innerlich erlebbares Bild, das durch den Rhythmus, die Abfolge der Laute sowie die Form und den Wortklang der Sprache beim Sprechen unterstützt wird. Gerne werden für den Inhalt des Jahresspruches Motive aus dem Inhalt der Epochen oder des Erzählstoffes verwendet oder es wird auf das jeweilige kindliche Temperament eingegangen. Da der Spruch in der Gemeinschaft gesprochen wird und von allen Kindern gehört und innerlich miterlebt wird, kann jeder einzelne Jahresspruch die individuelle Entwicklung eines jeden Kindes positiv unterstützen – entweder durch das Sprechen oder durch das Zuhören.


Schnupperkinder & neue Familien / Abschied und Neubeginn

*Auf Ende dieses Schuljahres verabschieden wir Nevin und Jonathan aus unserer Schulgemeinschaft.

Nevin möchte gerne eine Lehre als Fachperson Betreuung EFZ, Fachrichtung Kinderbetreuung, in einer Kita beginnen. Jonathan startet seine Lehre als Sonnenstorenfachmann EFZ.

Wir danken beiden herzlich für die gemeinsame Zeit an der Lebensschule und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg alles Liebe und Gute, Mut, Freude und Vertrauen in das Kommende. Auch ihren Familien wünschen wir von Herzen alles Gute und viele schöne gemeinsame Schritte in diesem neuen Lebensabschnitt.

*Im neuen Schuljahr 2026/27 dürfen wir Marino Speschia aus der Lenzerheide mit seiner Familie herzlich in unserer Schulgemeinschaft willkommen heissen. Marino wird die 8. Klasse besuchen.

Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Zeit, auf neue Begegnungen und darauf, Marino und seine Familie in unserer Lebensschule willkommen zu heissen.


Feste & Feiern

Am Freitag, 19. Juni 2026 feiern wir ab 17.00 Uhr unser JohanniSommerFest auf dem Seehof in Ebikon. Wir eröffnen das diesjährige Fest mit dem Johannimärchen aus Norwegen - Die Jungfrau auf dem gläsernen Berg. Bei diesem Eurythmiespiel wirken Kinder der 3. bis 6. Klasse mit.

Das JohanniSommerFest ist auch ein besonderer Anlass im Jahreszeitenlauf der Lebensschule Zentralschweiz. Gemeinsam geniessen wir den längsten Tag des Jahres und ehren diesen mit tanzen, essen, singen, Musik, einem grossen Feuer, spielen, Blumenkränzen und vielem mehr.

Damit dieses besondere Fest im Jahreslauf unserer Schule gelingen kann, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen und danken euch von ganzem Herzen für das gemeinsame Wirken.

Bitte parkiert an diesem Abend auf den Parklätzen der SSBL Rathausen und geniesst den kurzen Fussmarsch bis zum Hof.

Jede Familie bringt bitte mit:

  • Salat für das gemeinsame Buffet

  • Dessert für das gemeinsame Buffet

  • etwas zum Bräteln auf den Grill

  • eigenes Geschirr, Besteck, Trinkbecher

  • Bitte keinen Alkohol mitbringen / die Handys der Schüler*innen bleiben bitte Zuhause oder bei den Eltern

  • Bitte auch den Talon an uns retournieren

Wir freuen uns, wenn ihr mit uns folgende Feste feiert…

Agenda & Ausblick

Alle wichtigen Termine und Informationen rund um die Lebensschule findet ihr hier: https://rb.gy/xl9yof

Der Kalender wird laufend aktualisiert. Bitte schaut immer wieder regelmässig hinein.


Wissensschatz

Vom Licht des Sommers und unseren zwölf Sinnen

Der Sommer schenkt uns Licht in Fülle. Die Tage sind lang, die Farben leuchten kräftiger, die Wärme liegt auf der Haut, und die Natur zeigt sich in ihrer ganzen Lebendigkeit. Überall begegnet uns Leben: im Duft der Blumen, im Summen der Insekten, im Geschmack reifer Früchte, im warmen Wind, der uns berührt.

All dies nehmen wir mit unseren Sinnen wahr. Sie verbinden uns mit der Welt, mit unserem eigenen Körper und mit den Menschen um uns herum. Gerade im Sommer können wir die Sinne besonders bewusst erleben: barfuss auf der Wiese, beim Lauschen der Vögel, im Staunen über das Licht, im Spüren von Wärme, Bewegung und Gleichgewicht.

In der anthroposophischen Menschenkunde werden zwölf Sinne beschrieben. Sie lassen sich in drei Bereiche gliedern:

Die leiblichen Sinne – Wahrnehmung des eigenen Körpers

1. Tastsinn
Der Tastsinn lässt uns Grenzen wahrnehmen: Wo endet mein Körper, wo beginnt die Welt? Durch Berührung erleben wir Halt, Nähe, Schutz und Orientierung.

2. Lebenssinn
Der Lebenssinn gibt uns ein Gefühl dafür, wie es uns innerlich geht: ob wir müde, wach, hungrig, wohl, angespannt oder im Gleichgewicht sind.

3. Eigenbewegungssinn
Durch ihn spüren wir unsere Bewegungen von innen heraus. Er hilft uns zu merken, wo unsere Arme, Beine und Gelenke sind, auch ohne hinzuschauen.

4. Gleichgewichtssinn
Der Gleichgewichtssinn hilft uns, aufrecht zu stehen, uns im Raum zu orientieren und Sicherheit in Bewegung und Ruhe zu finden.

Die Sinne zur Wahrnehmung der Umwelt

5. Geruchssinn
Mit dem Geruchssinn nehmen wir Düfte wahr. Gerüche können Erinnerungen wecken, Stimmungen erzeugen und uns unmittelbar mit der Umgebung verbinden.

6. Geschmackssinn
Der Geschmackssinn lässt uns süss, sauer, salzig, bitter und andere Geschmacksnuancen erleben. Er verbindet Wahrnehmung mit Genuss und Lebensfreude.

7. Sehsinn
Der Sehsinn öffnet uns die Welt des Lichtes, der Farben, Formen und Bewegungen. Besonders im Sommer wird er durch die Helligkeit und Fülle der Natur reich angesprochen.

8. Wärmesinn
Durch den Wärmesinn spüren wir Wärme und Kälte. Er hilft uns, unsere Umgebung, aber auch Nähe, Behaglichkeit und Lebendigkeit wahrzunehmen.

Die sozialen und geistigen Sinne

9. Hörsinn
Der Hörsinn lässt uns Klänge, Geräusche, Musik und Stimmen wahrnehmen. Er verbindet uns mit Rhythmus, Sprache und Stimmung.

10. Lautsinn / Sprachsinn
Mit dem Lautsinn nehmen wir Sprache als Klang und Ausdruck wahr. Wir hören nicht nur Töne, sondern erkennen Laute, Worte und sprachliche Gestalt.

11. Begriffssinn / Gedankensinn
Dieser Sinn hilft uns, den Gedanken eines anderen Menschen zu erfassen. Wir verstehen nicht nur Worte, sondern auch den Sinn, der darin liegt.

12. Ichsinn
Der Ichsinn lässt uns das Gegenüber als eigenständigen Menschen wahrnehmen. Durch ihn erleben wir: Da ist ein anderes Ich, eine eigene Persönlichkeit mit Würde und Einzigartigkeit.

Unsere Sinne sind feine Brücken: zu unserem Körper, zur Natur, zur Welt und zu anderen Menschen. Wenn wir sie bewusst pflegen und schulen, werden wir wacher, lebendiger und gegenwärtiger. Der Sommer lädt uns auf besondere Weise dazu ein: zu lauschen, zu schauen, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen – und das Licht nicht nur draussen, sondern auch in uns selbst wahrzunehmen.


Wir danken euch von Herzen für dieses schöne Miteinander, für euer Vertrauen, die vielen Begegnungen, Gespräche, lieben Worte und all das gemeinsame Wirken. Wir sind sehr dankbar, mit euch und euren Kindern auf diesem Weg zu sein.

Wir wünschen euch von ganzem Herzen herrliche Sommertage, viel Licht und Wärme, bis gliiiii…

Mit liebsten Grüssen

für's Läbensschuelteam

Michelle und Sandra