Oktober-Bote I

Das Leben wohnt in jedem Sterne, er wandelt mit den andern gerne die selbsterwählte freie Bahn;
im Innern Erdenball pulsieren die Kräfte, die zur Nacht uns führen und wieder zu dem Tag heran.
Johann Wolfgang von Goethe
Liebe Schulfamilien
Herbst ist da, der Sommer verging,
kühler die Winde wehn.
Hinter den Wäldern,
über den Feldern
glänzet der Mond so schön.
Herbst ist da, so singt euer Lied,
mag auch der Sommer vergehn.
Heller die Sterne,
näher die Ferne,
glänzet der Mond so schön.
Dieses Lied begleitet uns in diese herbstliche Zeit. So geniessen wir die Schätze der Natur und freuen uns auf die kommenden Feste, welche wie jedes Jahr auf uns warten. Feiern heisst bei uns einander zu begegnen und gemeinsam tätig zu sein. Mögen auch die Herzen von uns Erwachsenen die kindliche Freude in sich bewahren, mit leuchtenden Augen auf all die kleinen Wunder schauen, ein kleines bisschen zu staunen und sich von der Magie der kleinen Dinge verzaubern lassen. Denn ein bisschen Kindsein tut uns allen immer gut.
Wir freuen uns sehr auf diese gemeinsame kommende Zeit mit euch allen.
Menschen an der Lebensschule
Organisation & Schulentwicklung
Einblicke in den Schulalltag
Schnupperkinder & neue Familien / Abschied und Neubeginn
Feste & Feiern
Agenda & Ausblick
Wissensschatz
Menschen an der Lebensschule
DANKE allen Menschen, die mit uns die Lebensschule gestalten.
Organisation & Schulentwicklung
*Im November 2026 wird uns Luzia Durrer vom Amt für Bildung aus Luzern besuchen. Dabei erhält sie einen Einblick in unseren Schulalltag und unsere pädagogische Arbeit. Im gemeinsamen Gespräch widmen wir uns jeweils einem ausgewählten Thema, das wir vertieft betrachten. Wir schätzen diesen offenen Austausch sehr.
*Auch als Lehrerkollegium bleiben wir stetig in Bewegung und bilden uns gemeinsam weiter. Vorträge und der regelmässiger Austausch während der Woche bereichern unsere pädagogische Arbeit. Ein besonderer Schwerpunkt bildet ein Weiterbildungswochenende mit Peter Büchi, der sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Formenzeichnen beschäftigt und dazu auch Bücher verfasst hat. Das Formenzeichnen ist ein wichtiger Bestandteil der Rudolf-Steiner-Pädagogik. Durch das bewusste Gestalten von Linien und Formen werden die Wahrnehmung und die innere Beweglichkeit geschult.
*Wenn etwas gut wächst und gedeiht, darf auch Neues dazukommen. So halten wir die Augen offen für Menschen, die unser Lehrerkollegium in Zukunft bereichern möchten. Besonders freuen wir uns über junge Menschen, die im Rahmen eines Praktikums in unseren Schulalltag eintauchen möchten. Wir möchten unser Wissen und unsere Erfahrungen weitergeben und ihnen die Möglichkeit bieten, Teil unserer Gemeinschaft zu werden. Für den kommenden Sommer heissen wir interessierte Praktikantinnen und Praktikanten / oder Lehrpersonen bei uns willkommen.
Diese Ausschreibung darf gerne geteilt werden. Mehr Infos sind auch auf unserer Homepage unter "Offene Stellen" ersichtlich. Vielen lieben DANK!

Einblicke in den Schulalltag
*Die goldene Herbstwerkstatt – auf dem Weg zur Tausend
Die Kinder der 1. und 2. Klasse erleben gemeinsam mit den Regenbogenkindern die goldene Herbstwerkstatt. Dabei wird die Welt der Zahlen mit allen Sinnen entdeckt. Besonders die grosse Zahl Tausend steht im Mittelpunkt. Doch wie viel ist eigentlich tausend?
Ein grosser Korb voller Kastanien lädt zum Staunen und Forschen ein. Wie viele Kastanien mögen wohl darin liegen? Wie können wir sie zählen, ohne den Überblick zu verlieren? Die Kinder beginnen zu ordnen und zu bündeln. Eierkartons helfen dabei, die Mengen überschaubar zu machen. Aus einzelnen Kastanien werden Zehner, aus Zehnern werden Hunderter. Gezählt wird auch in Schritten, mit dem ganzen Körper, bis sich die Zahlen schliesslich im Hunderter- und Tausenderfeld wiederfinden.
Was der Lehrplan 21 als Kompetenzen im Bereich «Zahl und Variable» beschreibt, wird hier lebendig: Die Kinder entwickeln ein Verständnis für Mengen und Zahlenräume, entdecken das Stellenwertsystem und lernen, ihre eigenen Lösungswege zu finden und zu überprüfen.
Dabei steht das handelnde Lernen im Vordergrund. Bevor eine Zahl auf dem Papier erscheint, darf sie durch die Hände gehen, mit den Füssen erlebt und mit den Augen erfasst werden. So wächst aus dem unmittelbaren Erleben nach und nach ein inneres Bild der Zahlenwelt.
Und wer hätte gedacht, dass in einem Korb voller Kastanien so viel Mathematik steckt?


*Lebensschule unterwegs - die 3. und 4. Klasse unterwegs ins Leben und ins Handwerk
Für die Kinder der 3. und 4. Klasse wird das Lernen jeden Donnerstag zu einer Entdeckungsreise, bei der die Hände ebenso gefragt sind wie der Kopf.
Im Ziegelei-Museum in Hagendorn erleben sie, wie aus Erde etwas Neues entstehen kann. Mit dem Rollwägeli wird Lehm transportiert, mit den eigenen Händen geformt und gebaut. Dabei erfahren die Kinder unmittelbar, wie viel Geschick und Ausdauer in einem einfachen Ziegel stecken.
Auch auf dem Bauernhof bei Claudia dürfen die Kinder immer wieder tatkräftig mithelfen und erleben, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen und eine Arbeit von Anfang bis Ende auszuführen.
In der Knotenkunde üben sie, verschiedene Knoten zu binden, und entdecken beim Flechten die Gesetzmässigkeiten von sich wiederholenden Formen. Was die Hände hier begreifen, begegnet ihnen später in anderer Gestalt wieder: beim Kreuzstich in der Handarbeit oder beim Formenzeichnen. So wird ein und derselbe Zusammenhang auf verschiedenen Wegen erlebt und vertieft.
Weitere Einblicke in die Welt des Handwerks erhalten die Kinder beim Besuch des Speicherhandwerks und auf dem Weg zur Wolle. Woher kommt die Wolle, und wie wird aus dem Rohmaterial ein Faden, mit dem wir arbeiten können? Die Kinder lernen die einzelnen Arbeitsschritte kennen und entwickeln ein Gespür für den Wert der Dinge, die uns im Alltag umgeben.
Ein Besuch in der Vogelwarte Sempach öffnet den Blick für die heimische Vogelwelt. Dort können die Kinder die Lebensweise der Vögel entdecken und ihre Aufmerksamkeit für die Natur schärfen.
So führt der Unterricht immer wieder hinaus in die Welt. Was die Kinder selbst tun und erleben dürfen, hinterlässt bleibende Eindrücke. Denn manches versteht man erst richtig, wenn man es selbst in die Hand genommen hat – und sei es ein Stück Lehm, das lieber an den Fingern kleben bleibt!
*Am Donnerstag, 12. November 2026, findet wie jedes Jahr der Zukunftstag statt. Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse haben an diesem Tag die Gelegenheit, verschiedene Berufe und Arbeitswelten kennenzulernen und spannende Einblicke zu gewinnen.
Danke für eine kurze Info, falls euer Kind am Zukunftstag teilnimmt!
*Während der Woche dürfen wir gemeinsam viel entdecken und lernen. Einige kleine Bilder geben einen Einblick in unseren lebendigen Schulalltag und erzählen von den vielen wertvollen Momenten, die uns begleiten.














Schnupperkinder & neue Familien / Abschied und Neubeginn
Wir freuen uns auf neue Familien!
Am Freitag, 30. Oktober 2026 öffnen wir unsere Lebensschultüren von 15 Uhr bis 19 Uhr für interessierte Menschen.
Dieser Flyer darf gerne geteilt und verteilt werden - in Bibliotheken, Muki/Vaki-Turnen, Märchenanlässen, auf der Strasse, beim Einkaufen, im Zug, auf dem Spielplatz, im Status… DANKE für all eure Mithilfe!

Feste & Feiern
*Diese besondere Zeit mit all ihren Feierlichkeiten liegt nun vor uns.
Wir freuen uns auf leuchtende Kinderaugen und auf die Wärme, die entsteht, wenn wir mit unseren Laternen von Rathausen zum Seehof spazieren - wenn wir am Märt der SSBL unsere eigenen Produkte von COR präsentieren und verkaufen (Flyer folgt), wenn wir das Adväntsgärtli feiern, beim Adventssingen die besondere Stimmung mit Musik und Gesang geniessen und das Christgeburtspiel als Weihnachtsgeschenk in die Welt tragen.
Mögen uns diese Feste mit ihrem Licht durch die dunkler werdenden Tage begleiten und unsere Herzen erwärmen.
Weitere Infos zu den Festen der Lebensschule findet ihr unter Wissensschatz.
Die Schüler*innen von der 6. bis 9. Klasse helfen am Märt der SSBL in Rathaus mit. Weitere Angaben findet ihr unter folgendem Link HIER.
ALLE MENSCHEN, Familien, Grosseltern, Freunde, ehemalige Schulfamilen, Schüler*innen sind herzlich eingeladen!




Agenda & Ausblick
Alle wichtigen Termine und auch Informationen rund um die Lebensschule findet ihr hier: https://rb.gy/xl9yof
Der Kalender wird laufend aktualisiert. Bitte schaut immer wieder regelmässig hinein.
Wissensschatz
Wenn es dunkel wird, beginnt das Licht
Draussen werden die Tage kürzer, die Blätter fallen, und die Natur kommt zur Ruhe. In der Pädagogik nach Rudolf Steiner beginnt jetzt eine besondere Zeit: Je dunkler es um uns wird, desto stärker leuchtet die Sehnsucht nach Licht. Unsere Feste in den kommenden Wochen folgen diesem Weg, vom Licht, das wir hinaustragen, bis zum Licht, das wir in uns entdecken.
Laternenfest – um den 11. November
Den Auftakt macht das Laternenfest. Mit unseren selbstgebastelten Laternen tragen wir ein kleines Licht durch die Dämmerung und singen dazu unsere Laternenlieder. Bei einer Geschichte am Feuer erinnern wir uns an den heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Frierenden teilte. Anschliessend wärmen wir uns mit Tee, teilen ein Brötchen und spazieren den Weg zurück. Das Fest erzählt vom Schenken und Teilen und stimmt die Kinder behutsam auf die stillere Zeit ein.
Adventsgärtli – am Wochenende des 1. Advents
In unserem Eurythmieraum liegt eine Spirale aus Tannengrün, Moos und Steinen. In der Mitte brennt eine grosse Kerze. Jedes Kind geht für sich den Weg nach innen und trägt einen Apfel mit einem kleinen Licht - es wird vom Engel begleitet. An der mittleren Flamme entzündet es seine Kerze, geht den Weg zurück und stellt sein Licht auf die Spirale. Mit jedem Kind wird es heller im Raum. Dieses Bild begleitet uns durch den ganzen Advent: Jeder Mensch trägt auf seine Weise zum Licht der Welt bei.
Samichlaus – 6. Dezember
Zu den Kindern kommt der Bischof von Myra: würdevoll, weise und voller Wohlwollen. Er liest aus dem «Goldenen Buch» und schaut liebevoll auf das, was die Kinder in ihrer Entwicklung geleistet haben. Mit Äpfeln, Nüssen, Mandarinen und Lebkuchensternen im Sack schenkt er jedem Kind das gute Gefühl, gesehen zu werden.
Oberuferer Christgeburtsspiel – kurz vor den Weihnachtsferien
Dieses alte Mysterienspiel stammt aus dem Dorf Oberufer bei Bratislava und wurde über Generationen mündlich weitergegeben. Karl Julius Schröer, ein Lehrer Rudolf Steiners, hat es wiederentdeckt. Seither wird es an Waldorfschulen auf der ganzen Welt aufgeführt, gesprochen und gesungen im alten donauschwäbisch-bairischen Dialekt. Es verbindet die berührende Herbergssuche von Maria und Josef mit der herzhaften Komik der Hirten Gallus, Stichl und Witok. Ernst und Humor gehören hier selbstverständlich zusammen. Bei uns werden die Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse dieses Spiel aufführen.
Weihnachten – das Fest des Lichts
Zur Wintersonnenwende, mitten in der tiefsten Dunkelheit, feiern wir die Geburt des Lichts. Maria und Josef wandern Tag für Tag durch eine Landschaft aus Steinen, Moos und Wurzeln, bis sie am 24. Dezember im Stall bei der Krippe ankommen. Wir singen und musizieren jeden Morgen und lauschen einer Geschichte. So erleben die Kinder die Vorfreude als etwas, das langsam und wärmend in ihnen wächst.

Wir wünschen euch allen eine lichtvolle, ruhige Zeit und viele kleine Momente, in denen es hell wird.
Mit den liebsten Grüssen für's Läbensschuelteam
Michelle und Sandra



